RFID zur Überwachung der Food Chain

Weniger Lebensmittelskandale durch RFID

© FhG IZM

Immer wieder kommt es zu Lebensmittelskandalen: Gammelfleisch, Glykol im Wein, Würmer im Fisch. Auch die durch einen Futtermittelhersteller verursachten Dioxin-Eier zu Beginn 2011 sind vielen Menschen noch in Erinnerung. Skandale werfen immer wieder die Frage nach mehr Kontrolle und besserer Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln auf. Fraunhofer-Forscher arbeiten an verschiedenen Techniken, um in Zukunft Lebensmittelskandale schneller aufzudecken oder ganz zu vermeiden.

Wie weit ist die Technik?

Derzeit werden die Transportbehälter für Fleisch und Frischwaren fast ausschließlich mit Etiketten aus Papier gekennzeichnet, um die Rückverfolgbarkeit der gesamten Food Chain sicher zu stellen. Papieretiketten können jedoch verloren gehen oder unleserlich werden. Somit ist dann eine eindeutige Identifikation nicht mehr möglich. Außerdem sagt ein Papieretikett nichts darüber aus, ob z.B, die Kühlung von leicht verderblichen Lebensmitteln unterbrochen wurde.

Funketiketten mit Sensorik

Die Lösung sind RFID-basierte Funketiketten. Fleisch und andere Frischwaren müssen ständig gekühlt werden, um eine hohe Qualität über die gesamte Food Chain zu gewährleisten. Die Integration von Sensorik wie Temperatur, Licht oder Gassensoren erlaubt die Dokumentation verschiedener Transportbedingungen und ermöglicht eine lückenlose Überwachung von Logistikketten. Eine interne Spannungsversorgung auf dem Transponder sorgt dafür, dass die Messwerte kontinuierlich erfasst werden. Wird die Kühlkette unterbrochen oder schwankt die Temperatur, kann das sofort festgestellt werden. Schwachstellen innerhalb der Food Chain können dank RFID-basieren Funketiketten identifiziert und Qualitätsverluste vermieden werden.

Intelligenter Warenbegleiter

Der intelligente Warenbegleiter ist ein RFID-Label, das als Baugruppe komplett in den Transportbehälter integriert wird und über ein bistabiles Display verfügt. Informationen, die der Identifikation des Behälters dienen, wie Herkunft, Transport, Zwischenlagerung oder Händler, können über das bistabile Display angezeigt werden. Das RFID-Label hält außerdem denselben Belastungen wie der Transportbehälter stand und ist selbst unter Kühlhausbedingungen (-20 °C bis -70 °C) voll funktionsfähig. Sowohl das Problem des Verlusts als auch der Unlesbarkeit werden somit umgangen. Darüber hinaus kann dieser automatisch geortet werden. Der Standort des Behälters kann somit jederzeit festgestellt werden und so lässt sich der Weg von Lebensmitteln entlang der ganzen Food Chain sicherstellen.