Neuer Ansatz zur Tierartendifferenzierung in Lebens- und Futtermitteln

Neue Methode zum wirkungsvollen Nachweis von enthaltenen Tierarten

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Seitens der Lebens- und Futtermittel­industrie besteht der zwingende Bedarf, tierische Bestandteile in einer Probe umfassend zu analysieren. Die derzeit existierenden Nachweismethoden wer­den den Anforderungen einer effizien­ten Analytik in Bezug auf den Nachweis von tierischem Material, ob in Lebens-oder in Futtermitteln, nicht gerecht. Aufgrund der Verarbeitung von zahl­reichen z.T. exotischen Tierarten für die Lebensmittelherstellung kann die verarbeitende Industrie die Deklaration der Rohprodukte kaum überprüfen.

Aufgabe

Ziel dieser Studie war die Weiterent­wicklung einer Nachweismethode zur Tierartendifferenzierung basierend auf der T-RFLP-Analyse (terminal restriction fragment length polymorphisms analysis). Ziel war es, die existierende Methode im Hinblick auf eine breitere Anwendbarkeit (z. B. Futtermittel) und hinsichtlich der Nachweisempfindlich keit zu verbessern. Darüber hinaus sollte die bestehende DNA-Datenbank weiter ausgebaut werden.

Ergebnisse

Die bereits 2002 vom IME entwickelte T-RFLP zur Tierartendifferenzierung umgeht die Nachteile der herkömmlich­en Methoden vollständig. Durch Einfüh­rung eines Zwischenschrittes – mittels einer so genannten Nested-PCR – ist es inzwischen möglich, nicht nur Lebens­mittel, sondern je nach Prozessierungs­grad auch Futtermittel zu analysieren.

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Metho­de auch erfolgreich zur Analyse von Leder oder Fellen angewendet werden kann. Darüber hinaus ist die Bearbei­tung forensischer Fragestellungen möglich. Auch für die Überwachung eines effektiven Artenschutzes in Bezug auf den Handel mit exotischen und geschützten Tierarten ist die An­wendung der IME-Methode vorstellbar. Durch die Entwicklung dieses Nachweis­systems steht eine Methode zur Verfü­gung, die mit nur einem Reaktionsan­satz eine Analyse der zu untersuchenden Probe ermöglicht: Es können sämtliche enthaltende Tierarten in einer Probe gleichzeitig nachgewiesen werden. Sogar hoch prozessierte Futtermittel, deren DNA größtenteils zerstört ist, können auf ihre tierischen Bestandteile analysiert werden. Geringste Anteile einer Tierart bis zu einer Menge von 0,5% können auch in Futtermitteln nachgewiesen werden. Zudem ist eine Unterscheidung von nah verwandten Tierarten einfach möglich. Selbst das Vorkommen von exotischen Tierarten, z.B. Krokodil, kann ohne Probleme auf­gezeigt werden. Mittlerweile können über 50 Tierarten sicher nachgewiesen werden.

Fazit

Die T-RFLP-Analyse ist eine schnell anwendbare Methode mit hoher Sensi­tivität, die die Mängel der herkömm­lichen Verfahren umgeht. Es existiert bisher keine andere Methode, die in der Lage ist, alle enthaltenen Tierarten in nur einem Reaktionsansatz nachzu­weisen. Durch die breite Anwendbarkeit des Verfahrens steht nun eine Methode zur Verfügung, die einen wichtigen Beitrag zu einem wirkungsvollen Verbraucher­schutz liefert.

Die Arbeiten wurden mit Eigenmitteln und Mitteln aus der Industrie finanziert.